Mobile Learning: Eine Bestandsaufnahme


06.05.2020

Mobile Learning: Eine Bestandsaufnahme

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Credits: Unsplash/Marten Newhall

Betriebliche Fort- und Weiterbildungen spielen in Zeiten der Digitalisierung eine immer wichtigere Rolle. Wir stehen regelmäßig vor neuen Entwicklungen und Technologien, unsere Berufsprofile wandeln sich. Und auch die betriebliche Fort- und Weiterbildung steckt dank Digitalisierung seit einigen Jahren in einem Veränderungsprozess. Digitales, lebenslanges Lernen ist schon längst kein Fremdwort mehr. Wie verbreitet digitales Lernen, speziell Mobile Learning tatsächlich ist, fasst dieser Beitrag zusammen. 

Positive Grundeinstellung

Laut der Studie „Weiterbildung für die digitale Arbeitswelt“ des VdTÜV e.V. und des Bitkom e.V. aus dem Jahr 2018 stehen 79 Prozent der befragten Unternehmen dem Thema E-Learning grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. Davon profitiert auch das Mobile Learning als eine konkrete Form des E-Learnings. Als Ergänzungstool zu bestehenden Fort- und Weiterbildungsprogrammen in Unternehmen ermöglicht es den Mitarbeitern, flexibel von unterwegs zu lernen, sich über neue Produkte zu informieren oder fortzubilden. Auch die Trendstudie „Digitale Bildung auf dem Weg ins Jahr 2025“ der LEARNTEC untermauerte bereits 2016 diese Tendenz. Demnach ist Wissenstransfer über mobile Endgeräte der wichtigste technologische Trend, der das digitale Lernen in den nächsten zehn Jahren prägen wird. Inzwischen sollte Mobile Learning also bereits seit rund fünf Jahren auf dem Vormarsch sein und sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. Aber ist das auch so?

Verhaltene Umsetzung

Die Antwort lautet: Ja und nein. Mobiles Lernen ist ganz klar ein technologischer Trend und klingt für viele Unternehmen spannend und sinnvoll. Die Realität zeigt jedoch, dass sich Mobile Learning bei weitem noch nicht so etabliert hat wie erwartet und erhofft. Die eLearning Benchmarking Studie, Teilstudie „Mobile Learning im praktischen Einsatz“ zeigt, dass nur rund 30 Prozent der befragten Unternehmen Mobile Learning bereits einsetzen. Das ist immerhin ein Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren, und ebenfalls rund 30 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, mit dem Einsatz von Mobile Learning zu planen. Es bleiben jedoch immer noch 40 Prozent übrig, die noch kein Mobile Learning nutzen und dies auch nicht für die Zukunft planen. 

Mobile Learning Statistik

Auch die neueste ComTeam STUDIE 2019 unter 700 Führungskräften in Deutschland bestätigt diese Zahlen: Nur knapp ein Drittel nutzt häufig LMS, die Hälfte hat sogar nur geringe oder gar keine Erfahrungen in diesem Bereich. Mit mobilen Lern-Apps hatte ebenfalls rund die Hälfte der Befragten wenig bis gar keinen Kontakt. Noch schlechter sieht es für das mobile Lernen in der Studie des Bitkom e.V. aus: Lediglich 10 Prozent der befragten Unternehmen setzen bei der betrieblichen Weiterbildung auf Smartphone- oder Tablet-Apps.

Lichtblicke

Es gibt aber auch positive Aussichten: Laut mmb-Trendmonitor 2019/2020 messen 87 Prozent der Befragten mobilen Anwendungen und Apps eine zentrale Bedeutung als Lernform für das betriebliche Lernen im Unternehmen bei. Das sind zwar im Vergleich zum Vorjahr 2 Prozent weniger, aber dennoch eine erhebliche Menge. Die ComTeam STUDIE 2019 zeigt außerdem, dass in den großen Unternehmen und Konzernen bereits mehr als 40 Prozent der Mitarbeiter aus der Führungsebene häufig oder sehr häufig ein LMS nutzen, gleiches gilt für mobile Lern-Apps. Und auch das Alter spielt bei der Nutzung von LMS und Lern-Apps eine Rolle: Digital Natives zwischen 20 und 30 Jahren bilden sich erwartungsgemäß häufiger digital weiter (40 Prozent) als es die 51- bis 60-Jährigen tun (25 Prozent).

Die aktuellsten Zahlen zeigen also, dass viele, gerade mittelständische und kleinere Unternehmen immer noch von den Vorteilen von Mobile Learning überzeugt werden müssen. Der Mobile Learning-Markt entwickelte sich in den letzten Jahren schnell und hat inzwischen eine relevante Größe im E-Learning eingenommen. Er bietet aber nichtsdestotrotz weiterhin großes Wachstumspotential. Und mit den Digital Natives, die bereits heute und in den nächsten Jahren in die Berufswelt einsteigen werden, wird die Forderung nach digitalen, mobilen Lernszenarien wohl auch immer lauter werden.

Besonders auch die aktuelle Corona-Situation könnte die Zahlen für E-Learning und Mobile Learning in den nächsten Studien noch nach oben treiben. Ob die Krise damit tatsächlich zu einem Treiber der Digitalisierung wird oder ihr nur einen kurzzeitigen Schub gibt, werden die nächsten Zahlen zeigen…

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